Gemeinsam den eCampus der Zukunft entwickelnMicrosoft Deutschland und die RWTH Aachen setzen bei der digitalen Modernisierung auf Zusammenarbeit
Noch vor drei Jahren war die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen in puncto eLearning alles andere als exzellent: zwar existierten eine Vielzahl von Einzelprojekten und Initiativen in verschiedenen Fakultäten, aber eine flächendeckende Versorgung mit eLearning-Werkzeugen war im Jahr 2006 noch nicht gegeben. Heute verfügt die RWTH über eine innovative eLearning Plattform und wird künftig- im Zuge ihrer Erweiterung zu einem der größten technologieorientierten Campusbereiche in Europa - eine eCampuslösung anbieten können, die alle universitären Bereiche zusammenführt.
Eine Vision wird Wirklichkeit Zur Umsetzung dieser Vision setzte die RWTH auf die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft. Im Sommer 2006 ging sie eine Kooperation mit Microsoft Deutschland ein. Im Rahmen dieser Public-Private-Partnership entwickelten das Center for Innovative Learning Technologies (CiL) und das Rechen- und Kommunikationszentrum der RWTH Aachen gemeinsam mit Microsoft das Lehr- und Lernportal L2P. Als hochschulweites eLearning-Portal unterstützt L2P die Präsenzlehre der RWTH und steht als zentraler Dienst allen Studierenden und Lehrenden zur Verfügung. So können Dozenten z.B. per Mausklick einen zur Lehrveranstaltung zugehörigen „virtuellen L2P-Lernraum“ einrichten. Das eLearning Portal unterstützt zahlreiche Funktionen zur computergestützten Kommunikation und Kollaboration (s.a. Interview mit Dr. Philipp Rohde). Es baut auf den etablierten zentralen Diensten wie Identity- und Campus Management auf und ist in deren Prozesse nahtlos integriert. L2P basiert auf Microsoft Office Sharepoint Server 2007 und garantiert damit die notwendige Professionalität in Bezug auf Performanz, Sicherheit, Skalierbarkeit und Support. Die eLearning Plattform der RWTH ist eines von drei Pilotprojekten, die Microsoft derzeit im Rahmen seiner Initiative „Digitaler Campus“ mit deutschen Hochschulen durchführt, um diese bei der Modernisierung und der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. „Unser Ziel ist, die Servicequalität in Forschung und Lehre zu erhöhen und die deutsche Hochschullandschaft insgesamt zu fördern“, sagt Norbert Hähnel, Bereichsleiter Forschung und Lehre Microsoft Deutschland GmbH.
Exzellente Partnerschaft bildet Synergieeffekte Vor dem Hintergrund der bisherigen fruchtbaren Zusammenarbeit schlossen die RWTH und Microsoft kürzlich eine neue Kooperation für ein gemeinsames eCampus-Projekt ab: Mit der geplanten Erweiterung der Hochschule soll ein hochmoderner eCampus entstehen. Auf Basis von Microsoft SharePoint Server 2007 sollen Lösungen entwickelt werden, die Prozesse, Kommunikation und Vernetzung von eLearning, eScience und hochschulspezifischen Web-Communities effizienter gestalten. Ziel ist eine integrierte Portallösung, die alle Hochschulbereiche zusammenführt und die die Kommunikation und Vernetzung auf dem erweiterten Gelände der RWTH ermöglicht. Neben der Bereitstellung von Know-How, Beratungsleistungen sowie praktischen Hilfen sichert Microsoft der Aachener Hochschule die Teilnahme am Office 2010 Beta Programm zu und nominierte sie erfolgreich für eine Teilnahme am Microsoft Business Division Advisory Council (MDBAC). An diesem Programm nehmen nur wenige ausgewählte Kunden teil. Die weltweit nominierten und streng selektierten Teilnehmer haben das Privileg, sehr früh zukünftige Produktentwicklungen mit zu beeinflussen – noch lange vor dem Start von Betaprogrammen. Dies bietet beiden Partnern Mehrwerte und schafft Synergieeffekte. Bereits im Oktober 2009 wird ein Spezialisten-Team aus Redmond nach Aachen reisen, um gemeinsam mit den Hochschulverantwortlichen die ersten technischen Maßnahmen zu besprechen. „Mit Hilfe von Microsoft können wir schon bald eine integrierte Portallösung für Forschung und Lehre anbieten, die zukunftsweisend ist“, sagt Professor Christian Bischof, Leiter des Rechenzentrums der RWTH Aachen.
Wissenschaft fördern Microsoft ist seit mehr als 20 Jahren in Deutschland tätig und leistet einen Beitrag zu Wachstum und Entwicklung des Standorts. Gemeinsam mit Partnern aus Politik und Wirtschaft engagiert sich der Konzern in zahlreichen Initiativen und Projekten. Die Kernthemen: Bildung anregen, Wissenschaft fördern, Wachstum schaffen und Sicherheit verbessern. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verbessert den Technologietransfer und erhöht die Innovationsgeschwindigkeit. Im Zuge der Forschungsinitiativen unterstützt Microsoft viele Projekte und engagiert sich in der Nachwuchsförderung sowie in der Modernisierung der deutschen Hochschulen durch die Entwicklung des digitalen Campus |
“Mit IT Verwaltungsprozesse effizienter machen und die Lehre verbessern“ UniversityJournal im Interview mit Dr. Philipp Rohde, Geschäftsführer des Centers for Innovative Learning Technologies der RWTH Aachen über den digitalen Campus. UniversityJournal: Herr Dr. Rohde, welche Anforderungen muss eine Hochschule im digitalen Zeitalter erfüllen? Dr. Rohde: Studierende erwarten heutzutage, dass eine Hochschule Online-Dienste rund um das Studium anbietet. Sie haben wenig Verständnis dafür, sich an zahlreichen Schwarzen Brettern über Vorlesungen zu informieren oder ganze Ordner am Kopiergerät kopieren zu müssen. Wie Unternehmen sind auch moderne Hochschulen gezwungen, Informationstechnologien einzusetzen, um die zahlreichen Prozesse in Verwaltung, Lehre und Forschung effizient zu unterstützen. Dazu gehören z.B. ein elektronisches Vorlesungsverzeichnis, eine elektronische Hörsaalverwaltung oder internetbasierte Anmeldeverfahren für Studierende. Um die Durchführung der Präsenzlehre zu verbessern, sollte das Studium durch eLearning-Angebote ergänzt werden. Dies bietet auch die Chance einer didaktischen Verbesserung und ermöglicht letztlich auch eine geringere Orts- und Zeitabhängigkeit der Lehre.
UniversityJournal: Wie viel Informationstechnologie bietet die RWTH ihren Studierenden, Dozenten und Mitarbeitern? Dr. Rohde: Unsere eCampus-Vision besteht aus vier Komponenten. Zwei davon haben wir bereits sehr erfolgreich realisiert: seit 2001 werden die meisten Verwaltungsprozesse rund um die Lehre durch ein entsprechendes Campus-Management-System webbasiert unterstützt. Und seit dem Sommersemester 2007 steht den Studierenden und Lehrenden der RWTH das eLearning-Portal L²P zur Verfügung, das auf dem Microsoft Office SharePoint Server basiert. Mehrere Tausend Nutzer rufen täglich bis zu einer halben Million Seiten aus virtuellen Lernräumen ab, um dort Informationen, Lernmaterialien oder Vorlesungsaufzeichnungen abzurufen, elektronische Tests zu machen oder um mit Kommilitonen in Foren zu diskutieren. Zurzeit haben wir über 1.700 Veranstaltungen pro Semester, die durch L²P unterstützt werden. UniversityJournal: Welche zwei Ziele streben Sie als nächstes an? Dr. Rohde: Wir möchten neben der Lehre auch die zweite Komponente der Universität, nämlich die Forschung, durch intelligente und effiziente IT-Dienste unterstützen. Dazu wollen wir – in Analogie zur Lehre – virtuelle Forschungsräume anbieten, die von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt für gemeinsame Projekte und die damit verbundene Teamarbeit genutzt werden können, z.B. um an zentraler Stelle Versuchsdaten zu verwalten oder um gemeinsam einen Artikel zu schreiben. Außerdem möchten wir zur Community-Bildung diverse Web 2.0-Dienste anbieten: webbasierte Community-Bereiche haben eine starke schöpferische Kraft und tragen zur Bündelung von Expertenwissen bei. Hier können z.B. Informationen ausgetauscht oder diskutiert werden. UniversityJournal: Warum haben Sie sich zur Umsetzung dieser Ziele für Microsoft als Partner entschieden? Dr. Rohde: Wir haben uns z.B. beim eLearning verschiedene Produkte angeschaut, uns dann aber für SharePoint entschieden. Es war die attraktivste Lösung. Mit über 30.000 Studierenden und tausenden von Mitarbeitern sind wir auf skalierbare Software angewiesen, die auch eine entsprechende Performanz liefert. Darüber hinaus ist Microsoft ein verlässlicher Partner und die Lösungen sind so flexibel, dass wir sie sehr gut unseren spezifischen Bedürfnissen an der RWTH anpassen konnten, indem wir z.B. die etablierten IT-Systeme und Prozesse mit SharePoint integriert haben. Auch Microsoft ist sehr daran interessiert, unser eCampus-Projekt zu begleiten. Mit der Größenordnung unseres Betriebs sind wir sicherlich so genannte Power-Nutzer. Und wir haben zahlreiche, spezifische Lösungen entwickelt und programmiert. Dieses Know-how können wir an andere Universitäten weitergeben, aber auch Verbesserungsvorschläge in Richtung Microsoft machen, so dass der Softwarehersteller diese bei zukünftigen Produktentwicklungen berücksichtigen kann. UniversityJournal: Wie lautet die bisherige Bilanz Ihrer eCampus-Erfahrungen? Dr. Rohde: Die RWTH möchte sicher keine Online-Uni werden, aber IT kann viele Verwaltungsprozesse effizienter machen und die Lehre deutlich verbessern. Unsere Lösungen sind benutzerfreundlich und einfach zu bedienen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Nutzung z.B. von unserem eLearning-Portal kontinuierlich wächst und jetzt schon weit über unseren ursprünglichen Erwartungen liegt. Ganz wichtig dabei ist auch, dass die Systeme zuverlässig und stabil laufen, und zwar 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche. Kurzvita Philpp Rohde: Dr. Philipp Rohde (37), studierte Mathematik an der Universität Bonn und promovierte 2005 in der Informatik an der RWTH Aachen. Seit Juni 2006 ist er Geschäftsführer des Center for Innovative Learning Technologies (CiL) der RWTH Aachen und Projektleiter für den Aufbau des hochschulweiten eLearning-Portals L²P an der RWTH Aachen (in Kooperation mit Microsoft Deutschland). Über das Center for Innovative Learning Technologies RWTH Aachen University: Das Center for Innovative Learning Technologies (CiL) ist seit Ende 2005 das zentrale eLearning Support- und Dienstleistungszentrum der RWTH Aachen. Das CiL übernimmt vorrangig die Aufgabe, eine auf die RWTH zugeschnittene eLearning-Infrastruktur aufzubauen und die Nutzer durch Qualifikationsmaßnahmen auf die effiziente Nutzung in Lehre und Studium vorzubereiten. www.cil.rwth-aachen.de |